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Neurotransmitter

Stand 2023

Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe im Nervensystem, die eine Schlüsselrolle bei der Übertragung von Signalen zwischen Nervenzellen (Neuronen) spielen. Diese Botenstoffe ermöglichen die Kommunikation zwischen Neuronen und sind essentiell für die Funktion des zentralen und peripheren Nervensystems. Hier sind einige wichtige Neurotransmitter:

  1. Acetylcholin: Dieser Neurotransmitter spielt eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Signalen im peripheren Nervensystem und ist auch im zentralen Nervensystem vorhanden. Acetylcholin ist wichtig für die Muskelkontraktion, die Aufmerksamkeit und das Lernen.
  2. Dopamin: Dopamin ist mit dem Belohnungssystem des Gehirns verbunden und spielt eine Rolle bei der Regulation der Stimmung, Motivation, Bewegung und dem Lernen. Ein Ungleichgewicht im dopaminergen System wird mit verschiedenen psychischen Störungen in Verbindung gebracht.
  3. Serotonin: Serotonin ist bekannt für seine Rolle bei der Regulation der Stimmung, des Schlafes und der Appetitkontrolle. Es beeinflusst auch die Schmerzwahrnehmung und das emotionale Gleichgewicht.
  4. Noradrenalin (Norepinephrin): Noradrenalin ist ein Neurotransmitter, der eine Rolle bei der Aktivierung und Mobilisierung des Körpers in Stresssituationen spielt. Es beeinflusst die Aufmerksamkeit, die Wachsamkeit und die Stimmung.
  5. GABA (Gamma-Aminobuttersäure): GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Gehirn. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Hemmung von neuronalen Aktivitäten und ist wichtig für die Regulation von Angst und Stress.
  6. Glutamat: Glutamat ist der wichtigste erregende Neurotransmitter im Gehirn und spielt eine Schlüsselrolle bei der synaptischen Übertragung und Lernprozessen.
  7. Endorphine: Endorphine sind körpereigene Opioide, die Schmerzen lindern und ein Gefühl des Wohlbefindens erzeugen. Sie werden oft als „Glückshormone“ bezeichnet.

Eine Erkrankung der Neurotransmitter oder eine Dysregulation ihres Gleichgewichts kann zu verschiedenen neurologischen und psychischen Gesundheitsproblemen führen. Störungen im Neurotransmitterhaushalt können auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein, einschließlich genetischer Faktoren, Umweltfaktoren, neurologischer Erkrankungen oder bestimmter Medikamente. Hier sind einige Beispiele für Erkrankungen, die mit einer Dysfunktion der Neurotransmitter in Verbindung stehen können:

  1. Depression: Ein Mangel an Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin wird oft mit depressiven Störungen in Verbindung gebracht. Antidepressiva werden häufig verschrieben, um den Neurotransmitterhaushalt zu regulieren.
  2. Angststörungen: Eine Dysregulation von Neurotransmittern wie GABA, Serotonin und Noradrenalin kann zu Angststörungen führen. Benzodiazepine und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) sind Medikamente, die zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt werden.
  3. Schizophrenie: Bei Schizophrenie wurde eine Dysregulation von Neurotransmittern, insbesondere Dopamin, im Gehirn festgestellt. Antipsychotika zielen darauf ab, den Dopaminspiegel zu modulieren und werden zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt.
  4. Parkinson-Krankheit: Diese neurodegenerative Erkrankung wird durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Neuronen verursacht. Der Mangel an Dopamin führt zu motorischen Symptomen wie Tremor, Rigor und Bradykinese. Medikamente wie Levodopa werden eingesetzt, um den Dopaminspiegel zu erhöhen.
  5. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung): Es wird angenommen, dass eine Dysregulation von Neurotransmittern wie Dopamin und Noradrenalin an der Entstehung von ADHS beteiligt ist. Stimulanzien wie Methylphenidat können den Neurotransmitterhaushalt beeinflussen und werden zur Behandlung von ADHS eingesetzt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Beziehung zwischen Neurotransmittern und psychischen Erkrankungen komplex ist und dass viele Faktoren dazu beitragen können. Die Forschung in diesem Bereich ist noch im Gange, und die genauen Ursachen und Mechanismen hinter vielen Erkrankungen sind nicht vollständig verstanden. Die medikamentöse Behandlung von Störungen des Neurotransmitterhaushalts erfolgt oft in Absprache mit einem Arzt und kann Teil eines umfassenderen Ansatzes zur Behandlung der jeweiligen Erkrankung sein.

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